Es ist der Traum vieler Schüler: selbst einmal Lehrer spielen. Ausprobieren konnten diese Rolle nun Schüler am Gymnasium am Rosenberg. In einem Unterrichtsprojekt planten die Schüler des Physikkurses der Jahrgangsstufe 12 den Ablauf einer Unterrichtseinheit im Fach Naturphänomene für die 6. Klasse: Sie wählten Experimente aus, bereiteten sie vor und probierten sie aus, sie erstellten selbst Arbeitsblätter oder Plakate – und bewiesen dabei Fachwissen und Kreativität. Aufgeteilt auf mehrere Stationen hatte jeder Junglehrer die Aufgabe, den Sechstklässlern Phänomene aus Elektrizitätslehre und Magnetismus näher zu bringen.

Beide Seiten können bei dieser Methode, kurz „LdL – Lernen durch Lehren“ genannt, profitieren. Schließlich kann man nur erklären, was man tatsächlich verstanden hat, wodurch die Oberstufenschüler gezwungen waren, sich ausführlich mit dem Thema zu beschäftigen. Zudem kamen so auf einen Junglehrer maximal sechs Schüler, ein Verhältnis, welches selbst die für ihre kleinen Klassen oft gerühmten skandinavischen Länder selten erreichen.

Und mal ganz ehrlich - die großen Abiturienten sind doch viel cooler als die Lehrer, die man sonst so hat, da muss der Unterricht doch besonders viel Spaß machen. Das bestätigt der Kommentar eines Sechstklässlers: „Mir hat besonders gefallen, dass man lachen konnte, Spaß hatte und trotzdem viel gelernt hat.“ Und die neuen Pädagogen fanden: „Die Begeisterung der Kleinen zu sehen, bei einem für uns banalen Lernerfolg, hat einen selbst richtig gefreut“, fügten aber auch mit einem Schmunzeln an: „Ich kann mich gar nicht erinnern, in dem Alter schon so frech gewesen zu sein.“

Der betreuende Lehrer Herr Rothe hatte seine Freude daran, das Engagement der Abiturienten und den Umgang der Schüler untereinander zu beobachten. Die gesammelte Erfahrung lässt es ihm bereits jetzt unter den Fingernägeln brennen, das Experiment zu wiederholen, um beim nächsten Mal neue Ideen einfließen zu lassen.

Artikel erschienen im "Schwarzwälder Boten" am 15.1.2013