Seit Montag ist endlich wieder Leben in der Schule, wenn auch deutlich weniger als sonst. Wer sich vormittags in den Fluren umschaut, dem fallen zunächst die geöffneten Klassenzimmertüren auf - man hört Wortfetzen aus dem Englisch-, Mathe- oder Deutschunterricht. Schaut man in einen Raum hinein, lässt sich feststellen, wie ruhig und konzentriert die Jugendlichen bei der Arbeit sind. Sie sitzen an Einzeltischen, die weit voneinander entfernt sind, manche tragen einen Mundschutz.

Der Schulleitung des Gymnasiums am Rosenberg ist es gelungen, die Vorgaben des Kultusministeriums hinsichtlich der Abstands- und Hygieneregeln umzusetzen. Unterstützt wurde sie dabei nach Kräften von Schulsekretärin Gerlinde Weißbrodt, die als zuverlässige Schaltzentrale die Kommunikation mit allen am Schulleben Beteiligten mitgesteuert hat. Eine große Hilfe war ebenfalls Hausmeister Karl Fechner, der die Klassenräume hergerichtet und mit Klebeband Abstandsmarkierungen auf dem Boden angebracht hat. Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12, die seit Montag wieder zur Schule kommen, wurde extra ein Stundenplan ausgetüftelt, der sicherstellt, dass die Jugendlichen sich so selten wie möglich im Schulhaus begegnen. Nur an wenigen Tagen sind alle Schülerinnen und Schüler zugleich im Schulhaus, sie wechseln möglichst wenig die Klassenzimmer und machen nicht zur selben Zeit Pause. Um dies zu erleichtern, wurde auch der Pausengong abgestellt.


In der Jahrgangsstufe 12 geht es jetzt vor allem um die Vorbereitung in den schriftlichen Prüfungsfächern, denn in 14 Tagen beginnt das Abitur. In Jahrgangsstufe 11 werden nur die fünfstündigen Fächer, sowie die Basisfächer Deutsch und Mathematik unterrichtet, damit die Schülerschaft sich nicht in zu vielen verschiedenen Kleingruppen durchmischt. 
Pro Klassenzimmer sind maximal 12 Schüler erlaubt, die mit mindestens 1,5 Metern Abstand voneinander sitzen. Zwei Räume sind für größere Klassen eingerichtet worden - auch hier wird natürlich mit dem entsprechenden Abstand unterrichtet.

„Unsere Schülerinnen und Schüler verhalten sich vorbildlich“, lobt Schulleiter Dirk Weigold. Sie alle wurden von ihren Lehrerinnen und Lehrern mit den Hygienevorschriften vertraut gemacht, die zudem überall im Schulhaus aushängen. Auf jedem Stockwerk befinden sich Desinfektionsstationen, zu deren Nutzung jeder angehalten ist. Schulleiter Dirk Weigold hebt die gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger hervor, der unter anderem die Desinfektionsstationen bereit gestellt hat. Auch die geöffneten Klassenzimmertüren erklären sich durch das Hygienegebot: Auf diese Weise kann dafür gesorgt werden, dass die Türklinken so wenig wie möglich angefasst werden müssen. Ein früher und intensiver Austausch habe mit dem Schulträger auch über die Notbetreuungsgruppe stattgefunden, die ab nächster Woche am Gymnasium für diejenigen Kinder aus Klasse 5-7 angeboten wird, deren Eltern beide an ihrem Arbeitsplatz präsent sein müssen.

Ein großes Lob spricht die Schulleitung auch dem Kollegium des Gymnasiums aus, das in den letzten Wochen zum Teil ganz neue Wege des Unterrichtens entdeckt hat. Viele Lehrerinnen und Lehrer haben sich mit bisher ungewohnten Unterrichtsformen und -medien vertraut gemacht, haben Videokonferenztools getestet und sich auf der Plattform Moodle eingearbeitet, über die Unterrichtsmaterialien bereit gestellt werden. Zur Kommunikation mit der Schülerschaft wurde der datenschutzkonforme Untis-Messenger von der Schule bereit gestellt, eine Erweiterung der bestehenden Stundenplan-App, die schon länger genutzt wird. Mit großem Zeitaufwand haben die Klassenlehrer des Gymnasiums alle Familien angerufen, um herauszufinden, wo es noch Unterstützungsbedarf seitens der Schule gibt. Eine direkte Folge daraus ist beispielsweise der Präsenzunterricht in Hauptfächern, der ab der nächsten Woche als Hilfe für diejenigen Schülerinnen und Schüler eingerichtet worden ist, bei denen die Lehrer festgestellt haben, dass sie aus unterschiedlichsten Gründen vom Fernunterricht nicht gut erreicht werden können.

Denn der herkömmliche Präsenzunterricht - soviel ist schon klar - wird zunächst nur für die Oberstufe stattfinden können. Das Fernlernen für die Klassen 5-10 wird auf jeden Fall noch weitergeführt werden bis zu den Pfingstferien. Im Moment ist noch völlig offen, wann und in welcher Form der Unterricht für die jüngeren Schüler wieder beginnen wird. Eine Herausforderung ist dies für alle am Schulleben Beteiligten, weshalb es der Schulleitung besonders am Herzen liegt, weiterhin den Kontakt mit allen Eltern und Schülern zu halten. 


Eines jedoch bleibt fast unverändert: die Durchführung des schriftlichen Abiturs ab dem 18. Mai. Die Organisatoren sind erleichtert, dass man wie gehabt die Turnhalle für die schriftlichen Abiturprüfungen nutzen kann. Dort ist es nicht schwer, die Abstandsregelungen einzuhalten, denn darauf, so die stellvertretende Schulleiterin Xenia Werkmeister, habe man beim Abitur ja schon immer geachtet. Nicht erst seit Corona.